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| Der Kirchhof in Reelkirchen mit alten Grabsteinen und "1000-jähriger Linde" |
Am letzten Tag unserer Lippe-Rundfahrt besuchen wir Reelkirchen, das alte Kirchspieldorf des Blomberger Beckens, zu dem auch Heinrichs Heimatort Wellentrup bis 1954 gehörte.
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| Die angeblich 1000-jährige Linde (tatsächlich ist sie vermutlich 6 – 800 Jahre alt) zeigt mit ihren sieben Ästen in Richtung der sieben Dörfer des Kirchspiels Reelkirchen: Herrentrup, Höntrup, Wellentrup, Istrup, Siebenhöfen, Tintrup und Reelkichen selbst. Die Ortsnamen auf -trup sind frühmittelalterlichen Ursprungs und bedeuten "-dorf", z. B. hieß Wellentrup 1153 Walderingtorp, das Dorf der Walteringer, der Leute des Walter. |
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| Fast so eindrucksvoll wie die Landkirchen auf Gotland: Die spätromanische Dorfkirche in Reelkirchen |
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| Das Nordportal zeigt im Tympanon den heiligen Liborius, den Schutzheiligen des Bistums Paderborn. |
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| Taufstein von 1607. Er trägt die lutherische Inscherift "Verbum Domini manet in Aeternum"- Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit. Damit trotzten die Reelkirchener der "zweiten Reformation", dem von Graf Simon VI. verordneten Übergang zum reformierten Bekenntnis. |
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| Schlussstein mit Lamm Gottes (Agnus Dei) aus der Wallfahrtskapelle von Wilbasen vor den Toren der Stadt Blomberg |
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| Altarraum und Chor der Kirche in Reelkirchen mit Kanzel von 1667, modernem Abendmahlstisch und Taufstein von 1607. |
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| Kragsteine am Chorgiebel der Kirche in Reelkirchen mit einem Schwein... |
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| ...und einem Engel |
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| Friedhof der Kirche in Reelkirchen. Die Grabsteine gehen zurück bis ins 17. Jahrhundert und stehen heute noch in situ, geordnet nach den Bauerschaften des Kirchspiels. |
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| Südwestansicht der Kirche mit romanischem Westturm und Querhausanbau von 1660 |
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| An der südöstlichen Ecke des Kirchhofes steht der "Alte Küsterkrug", ein großer Vierständerbau von 1732. Der Krug wurde ursprünglich vom Küster bewirtschaftet, der auch die Schulkinder unterrichtete. |
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| Die Wetterseite des Kruggebäudes ist mit quadratischen Ziegelplatten verkleidet. |
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| Der Krug war mit einem Höker- oder Kolonialwarenladen verbunden. |
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| Gesamtansicht des "Alten Kruges" mit einer beschnittenen Hauslinde und Gaststubenvorbau von 1891. |
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| Blick in die Gaststube des "Alten Kruges" (Gaststätte Diekmann) mit Einrichtung der 1960er Jahre. Um 1985 wurde hier eine "Tatort"-Folge gedreht. |
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| Stammhaus der Zimmerei Obertopp von 1785, Mittelstraße 33. Aus diesem Haus gingen drei Generationen Zimmermeister hervor, die zahlreiche Häuser im Kirchspiel Reelkirchen und darüber hinaus errichtet haben. |
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| Torbogen des Zimmermeisters Tönies Henrich Obertopp von 1785 |
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| Fachwerkhaus Mittelstraße 30 von 1748... |
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| ...mit einem prachtvollen Barock-Torbogen. Typisch für das Blomberger Becken sind Stern und Rose als lippische Landeswappen, Tulpenmedaillons mit den Namen der Erbauer und eine umlaufende Schlange. Dieses Haus wurde 1748 vom Zimmermeister Franz Henrich Franz (Monogramm "MFHF" am rechten Torständer) errichtet. Er stammte ebenfalls aus Reelkirchen und von ihm sind noch etwa ein Dutzend Häuser bekannt. |
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| Ein gut erhaltenes, aber renovierungsbedürftiges Kötterhaus in Reelkirchen... |
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| ...mit einem präüchtigen Torbogen von 1731. |
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| Details: Datierung "ANNO 1731"... |
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| ...und lippische Rose, alles in feinster Flachschnitzerei. |
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| Der Hinterausgang, die "Hekedür" des Kötterhauses. "Wenn du vom Deubel sprichst, steht er achter der Hekedür", sagt man in Lippe. |
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| Hof Bröker in Reelkirchen mit Haupthaus um 1680 (links). Die Scheune (rechts) wurde um 1910 vom Zimmermeister Obertopp erbaut. |
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| Heinrich Stiewe erläutert den folgenden Hof anhand seines Buches "Lippische Bauernhöfe des 16.-18. Jahrhunderts", das vor nunmehr 40 Jahren, 1985, erschienen ist. |
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| Hof Wieneke/Brunsiek in Reelkirchen, erbaut 1616 |
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| Dielentor mit Datierungsinschrift "ANNO DOMINI 1616", die nachmittags bei hartem Streiflicht noch gut lesbar ist. |
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| Giebelverbretterung mit modern ausgesägten, dekorativen Eulenlöchern |
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| Giebelfachwerk mit Zierausfachungen aus langformatigen Backsteinen |
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| Die Stockwerkvorkragung zeigt Rankenschnitzerei,
Zahnschnitt und Akanthusblätter, die vermutlich ein "Kleinschnitker"
aus Blomberg hergestellt hat. |
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| Zugang zum "Wasserschloss Reelkirchen", einem umgräfteten Rittergut der Adelsfamilie von Mengersen, entstanden um 1535. |
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| Dsa heutige Herrenhaus, ein barocker, bauzeitlich verputzter Fachwerkbau mit Mansarddach, wurde 1755 von Andreas von Mengersen erbaut. |
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| Treppenhaus im Herrenhaus von 1755... |
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| ....mit dekorativer Schnitzerei des Barock |
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| Im Obergeschoss gibt es ein "Landschaftszimmer" wie bei den Buddenbrooks... |
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| ...mit einer französischen Landschaftstapete des frühen 19. Jahrhunderts |
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| In einem Nachbarzimmer gibt es eine moderne Tapete einer zeitgenössischen Bremer Künstlerin. |
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| Zum abschließenden Mittagessen treffen wir uns im Hotel "Schauinsland" am Rande von Bad Meinberg. |
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| Hier sitzen wir noch einmal gemütlich im Jagd- oder Honoratiorenzimmer zusammen. |
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