14. Juni 2012

Ländliches Bauen und Art Nouveau - von Deutsch-Weißkirch nach Tirgu Mures

Die Post in Deutsch-Weißkirch: Unser Frühstücksort und Quartier von Erhard und Haio
Heute müssen wir Abschied nehmen von Deutsch-Weißkirch - noch einmal bei Viktor vorbeischauen, noch ein paar ortstypische Filzpantoffeln kaufen und schon geht es auf die Weiterreise nach Tirgu Mures (Neumarkt). Unterwegs hat Heinz in Nicolesti, einem Dorf kurz vor Tirgu Mures, eine kleine orthodoxe Blockbau-Kapelle entdeckt, die er uns natürlich zeigen will.
Tirgu Mures (deutsch: Neumarkt) ist eine Stadt im Nordwesten Siebenbürgens mit etwa 130.000 Einwohnern; hier treffen wir den ungarischen Archäologen und Bauforscher Zoltan Soos, der uns fachkundig durch die Stadt führt und auch morgen dabei sein wird.
In Tirgu Mures erleben wir ein Kontrastprogramm zum ländlich-beschaulichen Siebenbürgen: Hier gibt es ein 1913 neu erbautes Stadtzentrum mit Rathaus und einem großen "Kulturpalast" - ein überwältigender Bau des Art Nouveau (Jugendstil) mit mehreren Konzertsälen und einer Gemäldegalerie. Zu den Klängen eines Klavierkonzerts von Beethoven besichtigen wir die Foyers und Innenräume: Farbige Glasfenster, vergoldeter Stuck, bemalte Wände und Decken - überwältigende Jugendstil-Pracht, wohin man schaut...
Anschließend kehren wir ins Mittelalter zurück und besichtigen die Burg (mit aktueller Ausgrabung) und die ehemalige Franziskanerkirche samt Dachwerk - und der lange Reisetag endet schließlich um 22 Uhr bei einem wohlverdienten Bier...
hst

Die Koffer sind im Bus verstaut - fertig zur Abreise
Ein letzter Plausch unter den Säulen "unseres" Hofes in Deutsch-Weißkirch
Mehr oder weniger erschöpfte Hausforscher bei der Rast auf der Weiterreise
Von Heinz am Straßenrand entdeckt: Eine orthodoxe Holzkapelle in Nicolesti bei Tirgu Mures...
... ein abgerundeter Blockbau! Das sieht der Hausforscher nicht jeden Tag.
Verlassenes Haus im Dorf Nicolesti
In Tirgu Mures (Neumarkt) treffen wir Zoltan Soos, der uns als Archäologe, Bauforscher und Museumsleiter viel Interessantes erzählen kann
Der Kulturpalast in Tirgu Mures, erbaut 1913: Art Nouveau (Jugendstil) ungarischer Prägung...
... mit prachtvollen Glasfenstern im Treppenhaus
In einem Seitenkabinett sind die Originalpläne von 1913 ausgestellt
Wandmalerei im Foyer: Ein Schafhirte, im Hintergrund eine Kirchenburg




Sehenswert: Gemäldesammlung im Kulturpalast...
...und eindrucksvolle Interieurs, fast im Originalzustand von 1913
Beeindruckend: farbige Glasfenster im Jugenstil - 
- manche sind besser als Comics!
Überwältigende Pracht: Der große Konzertsaal im Kulturpalast
Zurück ins Mittelalter: Ehemalige Franziskanerkirche auf der Burg in Tirgu Mures aus dem 14. Jahrhundert
Barockisierter Innenraum der Kirche, die heute evangelisch ist
Ausgiebige Fachgespräche mit Zoltan vor dem Museum
Abends im Restaurant bei Siebenbürgischer Suppe, Polenta mit Schafskäse und Salat, dazu je zwei große Biere, die den Staub des Reisetages hinunterspülen. Einen Fernseher gibt es auch: Gerade hat Deutschland gegen Holland mit 2:1 gewonnen... !

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