20. Mai 2013

Letzter Tag in Dänemark: Freilichtmuseum Lyngby und Heimfahrt

Die Kirche St. Bendt in Ringsted bei Morgensonne - in bestem Fotolicht. Im Vordergrund  Waldemar der Große, einer der in der Kirche begrabenen Könige von Dänemark.
Unsere Reise ging wie im Flug vorbei - Pfingstsamstag ist schon der letzte Tag: In Ringsted besichtigen wir morgens vor der Abfahrt noch die St. Bendts-Kirche (St. Benedikt), eine der alten Königsgrablegen von Dänemark. Am Vormittag besuchen wir das Freilichtmuseum Lyngby bei Kopenhagen - bevor wir am frühen Nachmittag über Lolland und Fehmarn die Heimreise antreten.

Eine alte Postmeilensäule vor der Jugendherberge in Ringsted
Die romanische Basilika St. Bendt in Ringsted wurde um 1170 erbaut - die älteste Backsteinkirche Skandinaviens. Hier sind nach dem Dom in Roskilde die meisten Angehörigen des dänischen Königshauses  bestattet.
Prächtige Gewölbemalereien und rote Backsteinwände bestimmen den Raumeindruck.
Besonders prächtig sind die Fresken im Vierungsgewölbe - die Malereien aus der Zeit um 1300 sind eine Huldigung an den hier beigesetzten König Erik Plovpenning.
Vor dem Freilichtmuseum Lyngby nördlich von Kopenhagen treffen wir Sten Hvass, den pensionierten Reichsantiquar (Landesarchäologen) von Dänemark (rechts im Bild) sowie den Dendrochronologen und Bauforscher Nils Bonde und seine Frau Claudia Baittinger. Die beiden führen uns durch das Museum.
Schwere Entscheidung: was wollt ihr sehen?
Das Freilichtmuseum (Frilandsmuseet) wurde 1897 zunächst im Schlosspark von Rosenborg bei Kopenhagen gegründet und wurde 1901 an seinen jetzigen Standort beim Dorf Sorgenfri bei Lyngby verlegt. Es gehört zum Dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen und zeigt landschaftstypische Gebäude aus ganz Dänemark.
Zuerst besichtigen wir diesen Vierseithof aus Lundager auf Fünen...
… mit den inzwischen wohlbekannten Firstsäulen im Stallteil. Sie wurden von Niels Bonde dendrochronologisch um 1700 datiert und wurden vermutlich von einem Vorgängerbau übernommen.
Die Museumsschmiede wurde im Jahre 1847 gebaut, 1934 vom Museum erworben und 1936 eröffnet.
Ein weiterer Vierseithof aus Pebringe (Seeland), erbaut um 1700. Die Morgensonne zeichnet die "lebende" Trauflinie des Daches auf das Hofpflaster.
Die alte Hauswand darf auch schief stehen - die Gebäude wurden zwar in ihre Einzelteile zerlegt, aber mit allen historischen Verformungen wieder aufgebaut.

Mit Strohmatten bekleidete Wand am Arbeiterhaus aus Englerup bei Roskilde. Das Gebäude wurde um 1700 vom Gutsbesitzer auf Ryegaard für besitzlose Landarbeiter erbaut.
Ebenfalls aus der Zeit um 1800 stammt dieser wohlhabende Vierseithof von der Insel Bornholm.

Besonders sorgfältig sind die Pferdeställe gestaltet.
Gusseiserne "Kochmaschine" in der Küche.
Das Zweiständer-Hallenhaus aus Ostenfeld in Nordschleswig (heute zu Schleswig-Holstein, bis 1864 dänisch) - ein "Stück Heimat" für die norddeutschen Hausforscher. Schon 1899 wurde es für das Museum erworben. Das Haus ist am Torbogen 1685 datiert...
...Teile des Innengerüstes mögen noch älter sein. Eine freundliche Museumsmitarbeiterin schließt uns das Haus auf, das zur Zeit als Arbeitsraum (Abbundhalle) für die Restaurierung eines anderen Fachwerkgebäudes dient.
Das Feuerrähm über der Herdstelle und eine freistehende Flettsäule im Flett des Hallenhauses.
Besonders prächtig ausgestattet ist der Pesel (dänisch: Piesel), der repräsentative Saal im Kammerfach.
Blick in das Flett mit der offenen Feuerstelle. Die linke Tür führt in die heizbare Stube, die rechte in den prächtigen, aber ungeheizten Pesel.
Das Zweiständergerüst an der Diele ist sorgfältig abgezimmert, die Deckenbalken stehen relativ weit zur Seite über. Das spricht für eine Erbauung im 17. Jahrhundert.
Das Holzgefüge gibt Anlass zu ausgiebigen Diskussionen.
Die Stallöffnungen sind mit Kopfbändern besonders schön gestaltet, sie erinnern an Spitzbögen.
Ein farbig bemaltes Backsteinhaus von der Insel Fanø aus der Zeit um 1700. Erworben 1913, eröffnet 1915.

Fischerhaus aus Agger in Nordjütland. Das schmale Gebäude hat ein Zweiständergerüst mit durchgezapften Ankerbalken und Hochrähmen (højremme). Es besteht aus sehr dünnen Hölzern in schlechter Qualität, zum Teil wurden Wrackteile von gestrandeten Schiffen verwendet.
In den Außenwänden des Hauses aus Agger wurden große Kieselsteine von der Küste vermauert.
Flechtzaun im Museumsgelände
Blick vom Eingang auf die Baugruppen des Freilichtmuseums
Mittagspause im Museumscafé
Unser Mittagsmahl....
Der gefährlichste Ort  in einem Museum - auch für Haio - ist immer der Museumsshop mit dem verlockenden Angebot unzähliger und meistens auch noch guter Bücher. 
Ein letztes "Familienfoto" im Museumscafé …
… dann heißt es Dankeschön sagen und Abschied nehmen von Niels und Claudia, die uns wunderbar durch das Museum geführt haben.
Die Heimreise beginnt: Am Pfingstsamstag ist die Warteschlange im Fährhafen von Rødby nicht sehr lang.
Unterwegs im Bus - natürlich vorschriftsmäßig angeschnallt ...

Auf der Fähre nach Fehmarn: Volker hat noch Platz auf seiner Speicherkarte für ein letztes Foto von Dänemark …
… und Heinz macht sich mit gerunzelter Stirn an die Abrechnung. Was hat uns der ganze Spaß denn nun gekostet?

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