16. September 2018

Verdienstmedaille für Heinz Riepshoff

Landrat Bohlmann und Heinz Riepshoff mit Orden und seine Frau Hedda, die großen Anteil hat an den vielen Jahren unermüdlicher Aktivitäten für Denkmalschutz und ländliche Baukultur und IGB-Arbeit.  
Heinz Riepshoff (72) aus Verden, Denkmalschützer, Buchautor, langjähriges Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) sowie Gründer und Leiter des dem Kreismuseum Syke angegliederten Bauernhausarchives, ist mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde damit das beispielhafte ehrenamtliche Engagement und der Beitrag, den Heinz Riepshoff zur Bewahrung des kulturellen Erbes der ländlichen Baukultur in unserer Region geleistet hat.

Ehrengäste und Freunde auf der Diele Im Bauernhaus des Ehmkenhoffs
„Was Sie auszeichnet, sehr geehrter Herr Riepshoff, ist ihre jahrzehntelange Erfahrung und Ihr großer Wissensschatz in Sachen Bauernhäuser“, hob Landrat Peter Bohlmann, der die Verleihung anlässlich der Feierstunde auf dem Ehmken Hof in Dörverden, zu der sich neben Ehrengästen auch zahlreiche Freunde, Nachbarn und Weggefährten Riepshoffs eingefunden hatten, vornahm. In seiner Laudatio charakterisierte er den jetzt Ausgezeichneten als „Mann mit Kopf und Hand“, den er als Jemanden mit großem Geschick und einer Unmenge an praktischer Bauerfahrung, aber zugleich auch als eine in den Bann der Geschichte der Bauernhäuser gezogene Persönlichkeit kennengelernt habe.

Geboren 1946 in Bremen, wuchs Heinz Riepshoff in Syke auf, wo seine bereits früh verstorbenen Eltern einen Gemischtwarenladen betrieben. Er besuchte dort die Volksschule, ging danach auf die Handelsschule und erlernte schließlich das Schriftsetzerhandwerk. Nach der Ausbildung zog es ihn als Entwicklungshelfer ins westafrikanische Ghana, wo er von 1969 bis 1971 die Gelegenheit nutzte, einen Blick „über den Tellerrand“ zu werfen. Nach dem Afrikaaufenthalt kehrte er in die Ausbildungsfirma zurück, der er bis zu seiner Pensionierung zunächst als Schriftsetzer, später im kaufmännischen Bereich treu blieb. 1976 heiratete er Hedda Stender aus Dörverden, der Ehe entstammen Sohn Hannes und Tochter Rike.

Der Verdener Landrat Bohlmann hält die Verleihungsrede
Sein bereits früh gewecktes Interesse an alten Bauernhäusern brach sich nach der Rückkehr aus Westafrika endgültig ihre Bahn und im Syker Ortsteil Henstedt wurde ein „kleiner“ aus Bauernhaus, Scheune, Schafstall und Backhaus bestehender Resthof erworben. Im Zuge der Restaurierung der teilweise verfallenen Gebäude wurde er Stein um Stein und Jahr um Jahr zum Experten für Bauernhäuser und Bauhandwerkstechniken.

Der von Julius Kraft gegründeten Interessengemeinschaft Bauernhaus trat Heinz Riepshoff 1973 bei und wurde dort aufgrund seiner hohen fachlichen Kompetenz schon bald zu einer wichtigen Kontaktstelle für Ratsuchende. Von 1983 bis 1991 war er hauptamtlicher Geschäftsführer der IGB und ist auch heute noch Mitglied des Bundesvorstandes sowie Landesbeauftragter für Niedersachsen.

Bereits in den 1980er Jahren begann Heinz Riepshoff historische Baukultur in der alten Grafschaft Hoya und darüber hinaus fotografisch zu dokumentieren. Darüber hinaus verfasste er Aufsätze und Fachpublikationen über alte Baukultur. Die publizistische Tätigkeit gipfelte bislang in dem 2016 erschienenen Buch „Das Bauerhaus vom 16. Jahrhundert bis 1955 in den Grafschaften Hoya und Diepholz“, mit seinen 600 Seiten inzwischen bereits ein Standardwerk zu diesem Thema. Um das im Laufe der Zeit angesammelte umfangreiche Material der Nachwelt zu erhalten, kam ihm auf die Frage seiner Frau „was denn irgendwann einmal mit dem ganzen Krimskram passieren solle“ die rettende Idee, sein Privatarchiv in ein öffentliches Archiv zu überführen. 2002 wurde daher in enger Zusammenarbeit mit dem Kreismuseum Syke und dem Landkreis Diepholz in Syke das Bauernhaus-Archiv gegründet, dessen Leiter er seither ist und das von ihm am 1-2 Tagen in der Woche ehrenamtlich betreut wird. Inzwischen sind hier über 4000 historische Gebäude der Landkreise Diepholz, Nienburg, Oldenburg und Verden dokumentarisch aufgearbeitet worden.

Gemeinsam hat das 1991 nach Verden übergesiedelte Ehepaar Riepshoff dort ab Ende der 1980er Jahre ein städtisches Fachwerkhaus liebevoll restauriert. Inzwischen wohnen die beiden allerdings in einem kleineren, in den 1950er Jahren gebauten Einfamilienhaus im Verdener Burgbergviertel.

In seiner Laudatio sprach Landrat Bohlmann Heinz Riepshoff Dank und Anerkennung für dessen großartige Lebensleistung aus. Bevor er dem Laureaten die Verdienstmedaille ansteckte, fasste er wohl im Sinne aller zusammen: „Sie haben sich durch ihr vielseitiges und leidenschaftliches ehrenamtliches Engagement im Bereich der Denkmalpflege für die Allgemeinheit verdient gemacht“.

Nach dem Verdener Landrat richtete auch der Erste Kreisrat Wolfram van Lessen Grußworte des Landkreises Diepholz aus, denen Wolfgang Dörfler von der IGB eine launige und augenzwinkernde Ansprache folgen ließ.

Stolz zeigt Heinz Riepshoff seine Auszeichnung
Heinz Riepshoff bedankte sich abschließend bei den beiden vertretenen Landkreisen, beim Kulturgut Ehmken Hoff und bei Hartmut Bösche, der dem Verdener Bürgermeister den Vorschlag für die Ehrung unterbreitet hatte. Ein ganz besonderer Dank galt aber seiner Frau Hedda, der, wie er ausdrücklich betonte, die Hälfte der erhaltenen Medaille zustehe. Es folgte lang anhaltender Beifall der Gäste.



Neugierig begutachten die Freunde den Orden

Beitrag von Uwe Campe, Kreiszeitung.

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Schreiben Sie einen Kommentar zu unseren Beiträgen.
Es ist immer spannend, zu erfahren, was unsere Leser denken und wer uns besucht. Wir würden uns freuen.

Printfriendly