1. Juni 2014

Kirchgang in Hangvar und Freilichtmuseum in Bunge

Vor dem pfingstlich geschmückten Kirchenportal treffen wir auf die Konfirmanden, die auf ihren Einzug warten.
Heute ist Sonntag und wir wollen nicht nur Kirchen besichtigen, sondern auch an einem Gottesdienst teilnehmen. In Hangvar im Nordwesten Gotlands erleben wir einen besonders festlichen Gottesdienst – das erste Abendmahl der Konfirmanden. Später besuchen wir das gotländische Freilichtmuseum in Bunge, nach dem berühmten Skansen in Stockholm das zweitgrößte und -älteste in Schweden.
Die Kirche in Hangvar ist eine kleinere Landkirche aus dem 13. Jahrhundert - hier wollen wir den Gottesdienst besuchen.
Die Kirche ist gut besucht, vorn im Chor sitzen die Konfirmanden. Wie häufig auf Gotland, steht eine mächtige Säule in der Mitte des Langhauses.
Die Konfirmanden warten auf das Abendmahl, das hier nach lutherischem Ritus ausgeteilt wird.
Nach dem Gottesdienst besichtigen wir die Kirche - und entdecken diesen Runenstein im Turm.
Blick durch das offene Portal auf ein Schiffsmodell in der Kirche.
Kurzer Stopp an der Kirche in Lärbro, die wir in den nächsten Tagen noch besichtigen wollen. Sie hat einen einzigartigen achteckigen Turm, links steht ein erhaltener Kastal (Wehrturm).
Giebel am achteckigen Kirchturm - mit Fialen und hölzernen Pferdeköpfen, wie wir sie von niederdeutschen Bauernhäusern kennen.
Das Freilichtmuseum in Bunge (Bungemuseum) wurde 1907 gegründet. Im Eingangsbereich des Museums stehen mehrere Bildsteine aus der Wikingerzeit, wie sie nur auf Gotland vorkommen.
Der linke Stein erzählt von einem Wikinger, der vermutlich in einer Schlacht gefallen ist. Kämpfe, Schiffe und mythologische Szenen sind zu erkennen.
Ältester Teil des Museums ist diese Hofanlage des 17. Jahrhunderts mit Bohlenständerbauten, die mit Ag (Schneidgras, wächst im Moor) gedeckt sind. In der Mitte steht ein für Gotland typisches Ringkreuz, das auch in den Kirchen und als Dachschmuck auf den Häusern zu finden ist.
In einem Stallgebäude entdecken wir dieses eingeritzte Segelschiff.
Mittelalterliche Bohlenscheune (Nachbau) mit "Zweiständergerüst". In der Scheune steht ein Leichenwagen.
Stube im Bauernhaus des 17. Jahrhunderts
Dieses Gestell an einer drehbaren Stange diente als Lauflernhilfe für Kleinkinder.
Stube mit Bettkasten im Bauernhaus von 1763.
Wände und Deckenbalken sind mit roten Ornamenten bemalt.
Wandmalerei des 19. Jahrhunderts im gleichen Haus.
Besonders interessant sind die zahlreichen Wind- und Wassermühlen im Bungemuseum, hier eine Sägemühle des 18. Jahrhunderts.
Eine Windmühle in Blockbaukonstruktion, im Vordergrund blühendes Knabenkraut. Wilde Orchideen haben wir häufig auf Gotland gesehen.
Diese Windmühle mit sechs Flügeln ist eine Sägemühle.
Von hinten kann man in das hölzerne Antriebswerk hineinsehen.
Über die Flügelwelle mit dem großen Kammrad (oben) wird ein Sägegatter (unten rechts) angetrieben.
Diese sehr kleine Windmühle...
... wird nicht über ein Kammrad mit Zähnen, sondern über ein Seilrad angetrieben, das die Kraft von den Flügeln auf den Mahlgang (links unten) überträgt.
Stube im Hof des 19. Jahrhunderts...
... mit offenem Kamin und Schlafsofa.
Hier sind die Wände mit Schablonenmalereien dekoriert.
Nach einem anstrengenden Museumsbesuch warten Volker, Erhard und Heinz auf die jüngeren Kollegen.
Zum Abschied ein "Familienfoto" vor der Scheune mit Agdach - vielleicht das Titelbild für das nächste Buch...
Dann entdecken wir noch rätselhafte Öffnungen in der Giebelwand - das Haus hat Augen!?
In Bunge lohnt sich auch ein Besuch der Kirche - der Kirchhof war mit einer ursprünglich zwei Meter hohen Mauer umgeben, in der zwei Schießscharten erhalten blieben.
Die Kirche in Bunge ist eine uns inzwischen wohlbekannte Gotländer Landkirche mit Turm aus dem 13. und Schiff und Chor aus dem 14. Jahrhundert …
… und einem großen zweischiffigen Innenraum.
An der Nordwand gibt es prächtige Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert.
Hier sieht man unter der Leidensgeschichte Jesu Christi eine zeitgenössische Schlachtenszene mit Ritterheeren.
Neben dem Friedhof befindet sich die Ruine des mittelalterlichen Pfarrhofes.
Eine Zeichnung der Zeit um 1800 zeigt, wieviel damals noch von dem Gebäude erhalten war.
(Texte: Heinrich Stiewe)

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