21. April 2016

Das "Freilichtmuseum am Kiekeberg” bei Hamburg

Das blaue Haus Im Museum am Kiekeberg.
Eine halbe Stunde südlich von Hamburgs Mitte liegt das kleine "Freilichtmuseum am Kiekeberg”. Auf 12 Hektar werden über 40 Gebäude des 17. bis 20. Jahrhunderts aus der nördlichen Lüneburger Heide und der nahen Elbmarschen präsentiert. 


Das Freilichtmuseum am Kiekeberg wurde 1953 als Außenstelle des Helm-Museums auf niedersächsischem Gebiet gegründet. 

  • Heute werden hier präsentiert: 
  • Moderne Land- und Ernährungswirtschaft, 
  • Die Industriezeit auf dem Dorf, 
  • Nachkriegszeit auf dem Land, 
  • Das Heidedorf, 
  • Das Marschendorf 
  • und Gärten und Felder mit alten Haustierrassen.

Das Museum ist ganz überschaubar und einen Ausflug wert, um sich einen Eindruck zu verschaffen über die ländliche Lebens- und Baueweise  in der Landschaft südlich der Großstadt Hamburg. Und es ist auch für Familien mit Kindern geeignet, um hier einen entspannten Tag zu verbringen.
Die ehemalige Gaststätte von 1803 ist das Eingangsgebäude ins Museum. Es ist ein Zweiständerhaus  …
… mit einem zweistöckigen Hinterhaus.
Schönes Beispiel für farbige Fenster, hier grün. Fenster müssen nicht immer weiß sein.


Handwerker- und Fischerhaus  von 1703.
Die Herdwand mit gemauertem Herd.
Einfache, schmucklose Verstrebungen im Längs- und Querverband.
1586 wurde die Scheune als Getreidelager gebaut.
Im Museum beherbergt sie die Handwerksausstellungen. 
Innengerüst
Kopfbänder an der Außenwand
Links im ehemaligen Pfarrwitwenhaus von 1698 ist heute die Museumsgaststätte (traditionelle Gerichte, leckeres Labskaus). Rechts die Museumsbrennerei und der Tanzsaal im Gebäude  von 1889.
Längs aufgeschlossene Heuscheune mit seitlicher Durchfahrt aus dem Jahr 1665. Die Wände sind zur ausreichenden Belüftung geflochten. 
Bauernhaus aus der Winsener Marsch. Das Innengerüst stammt aus dem Jahr 1560. Die Außenwände wurden 1716 erneuert und das Kammerfach vergrößert. 


Bauherr und Baudatum im Torbalken. 
Die Diele mit Blick auf die Herdwand.
Kuhstall
Der Blick auf die geöffnete Grootdör.
Das Flett mit dem Blick auf die Lucht. Die in der Mitte stehende Säule unterstützt die langen Deckenbalken. 
Die überblattete schmucklose gerade Knagge. 
Die Intarsien der Kammerfachtür sind von der nahen Hansestadt Hamburg beeinflusst.
Die Ausstattung in den Kammern ist nicht ärmlich.
Die Zeitschicht der Ausstattung des Hauses liegt ca. bei 1830. In dieser Ecke des Fletts ist ein einfaches Schrankbett eingebaut.
Unter den Fenstern sind zu öffnende Holzklappen zur Belüftung.
Auch der Kammerdachgiebel zeugt von Wohlstand.
Zehntscheune von 1602.
Zweiständerhaus von 1797. 
In der rechten Kübbung sind zwei Kühe aufgestallt. Die modernen Kühe von heute müssen im engen Stall von 1797 schräg stehen um nicht an der Außenwand anzustoßen.
Herdwand dieses Kleinbauernhauses mit zwei Schwibbogen-Herden. 
Der Blick auf die Lucht .
Diele und Flett sind durch ein Heck (Vorläufer der späteren Herdwand) voneinander getrennt.
Die einfache Ausstattung um 1800.
Eckstube mit Tür in die mittlere Kammer, Kachelofen und Schrankbett (Butze oder Alkoven).
Das Hinterhaus mit Flett und Kammerfach.
aus der Wand schaut der Spülstein.
Der repräsentative Garten hinter dem Kammerfachgiebel.


Honigspeicher und Kastenbrunnen.
Werkzeuge und Arbeitsgerät für die Honiggewinnung sind hier ausgestellt.
Durchfahrtsscheune von 1688 mit angebautem Schweinestall.
Bunte Bentheimer fühlen sich hier wohl.



Backhaus …
… mit innenliegendem großen Gemeinschaftsbackofen.
Bienenzaun.
Das Häuslingshaus wurde um 1800 gebaut. Im 19. Jh. wurden oft die nun künstlichen, billig hergestellten Pigmente für den Anstrich verwendet.
Einfach und spartanische waren diese kleinen Häuser ausgestattet. 

Der Blick auf die Herdwand. Weil diese Häuser sehr  kurz waren, wurde die offene Küche in der mittleren Kammer untergebracht – als Küchennische.

Der Stallbereich war nur auf wenig Vieh zur Eigenversorgung eingerichtet.

Der Blick aus dem ärmlichen Häuslingshaus auf das große gut ausgestattete Bauernhaus.

Die ungewöhnliche Farbgestaltung

Zweistöckiger Speicher, um 1750.
Der Silberhof – reich geschmücktes Bauernhaus von 1612.
Knagge und Giebelschwelle.
Diele mit Blick auf die Herdwand.

Rechte Ständerreihe mit Kuhstall und "Schrankbett".

Das Flett mit der Herdstelle und Herdrähm mit Morgensternen geschmückt.

Bilegger in der Stube.

Auch im Haus finden sich geschnitzte Ornamente.

Verzierte Luchtknagge.

Der repräsentative Kammerfachgiebel mit Zierausmauerung und geschmücktem Fachwerk.

Die Tür im Wohngiebel.

Im Museum gibt es eine umfangreiche sehenswerte Ausstellung zur modernen Landwirtschaft des 20. Jahrhunderts – das Agrarium, ein interaktives Schaumagazin.
 Ein Bericht dazu wäre aber ein extra Beitrag. 

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