24. Mai 2014

Ein Elefant und ein Elch und ein Pulverhaus


In der Nacht hat es zwei Gewitter gegeben, das Wetter hat sich etwas abgekühlt und es ist bewölkt. Heute wollen wir Hovdala Slott, eine weitläufige Gutsanlage besichtigen. Anschließend steht das kleine Freilichtmuseum in Broby auf dem Programm.
Ankunft vor der Burg Hovdala
Hier treffen wir den Architekten Krister Wall wieder, den wir bereits an der Kirche von Mellby kennengelernt hatten.  Er hat die Burg Hovdala sehr behutsam restauriert und führt uns durch die schöne Anlage.
Der mächtige Torturm von 1650 ist das Wahrzeichen von Hovdala Slott. Er spielte eine wichtige Rolle in der Auseinandersetzung zwischen Schweden und Dänemark, in deren Folge Schonen 1658 an Schweden fiel.
Maueranker-Datierung "ANNO MDC" (1650). Die Initialen SG (links) stehen für den Bauherrn Siwert Grubbe.
Krister Wall (links) erläutert uns die Restaurierung der Gutsanlage
Die Kernanlage war ehemals von einem breiten Wassergraben umgeben.
Blick in den Innenhof des Gutes, der rückwärtige Flügel ist der älteste Teil von 1511 (Maueranker-Jahreszahl)
Dieser Flügel  wurde 1805-07 erbaut.
Er ist aus großen, gespaltenen Granitfindlingen gemauert.
Südlicher Giebel von 1681
Blick von Südwesten auf das Herrenhaus. Die Wiese im Vordergrund war früher ein breiter Wassergraben.
Orangerie im Park, erbaut um 1790 aus Granitfindlingen, Fassade mit Rotanstrich nach Befund
Architekt Krister Wall führt uns ins Innere der restaurierten Gebäude.
Bei dieser alten Tür wurde auf einen Neuanstrich verzichtet - um die Spuren des alten Blauanstrichs zu erhalten.
Erhalten und sorgsam restauriert: Jugendstil-Schablonenmalerei
Bei der Restaurierung blieben sogar die alten, offen verlegten Elektrokabel erhalten (heute nicht mehr unter Strom...)

Exotik in Eisenguss: En Elefant auf einer Platte eines Stubenofens
Und er darf auf einer Reise nach Schweden nicht fehlen: In einem Nebenraum begegnete uns dieser Elch …

Am Nachmittag besuchen wir das Freilichtmuseum "Hembygdspark" (Heimat-Gebäude-Park) in Broby. Das Museum wurde 1918 gegründet und besteht heute aus 17 historischen Gebäuden.


Dieses Bauernhaus in Blockbauweise ist dendrochronologisch 1721 datiert.

In diesem eingetieften "Grubenhaus" verbirgt sich...
... eine Schmiede mit Esse, Blasebalg und Amboss.
Und in diesem kleinen Nebengebäude befindet sich eine Mälzerei.
Kleinbauernhaus des 18. Jahrhunderts
Ein Blick in die historisch eingerichtete Stube
 Im "Pulverhaus" von 1817 wurde Schießpulver, das in einer Pulvermühle hergestellt worden war, gemischt und auf seine Qualität kontrolliert. Wegen der hohen Expolosionsgefahr des Pulverstaubs durften darin nur Holzschuhe getragen werden.
Ein Blick in das Innere des Pulverhauses. Vorn ein Tisch zum Mischen des Schießpulvers.
In diesem Blockbau ist eine kleine Dorfschule untergebracht.
Hier darf Heinz noch einmal die Schulbank drücken - und seinen Namen in den Sand schreiben.
Diese alten Eichen im Freilichtmuseum Broby haben es Erhard  besonders angetan: Er schätzt sie auf drei bis vierhundert Jahre und erhält die Erlaubnis, aus ihren Stämmen Bohrproben zur Verbesserung seiner schwedischen Jahrringchronologie zu entnehmen.

Video: Erhard Pressler entnimmt eine Eichenprobe mit dem Zuwachsbohrer.

Mit einem handbetriebenen "Zuwachsbohrer" gelang es ihm, sehr dünne Proben aus den lebenden Bäumen zu ziehen.
Abends erwacht der Spieltrieb...
(Texte: Heinrich Stiewe)


1 Kommentar:

  1. Ich verfolge eure Reise mit großem Interesse! Dieses Mal hat mich besonders das Grubenhaus mit der Schmiede beeindruckt. Interessant fand ich auch den Film über die Holzbohrung. Das übersteht ein Baum unbeschadet?

    AntwortenLöschen

Schreiben Sie einen Kommentar zu unseren Beiträgen.
Es ist immer spannend, zu erfahren, was unsere Leser denken und wer uns besucht. Wir würden uns freuen.

Printfriendly