29. Mai 2014

Ein Pfarrhof und noch mehr Kirchen auf dem Weg zur Südspitze Gotlands

Pfarrhof in Burs, Stallgebäude
Für heute stehen Dendro-Datierungen des Pfarrhofes in Burs und des kleinen Bohlenständerbaus von Grötlingbo (siehe 27. Mai) auf dem Programm. Außerdem wollen wir noch mehrere Kirchen sehen und dabei bis an die Südspitze Gotlands vordringen, die wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang gegen 21.20 Uhr erreichen.

Umrahmt von Linden: Das Pfarrhaus in Burs. Hier interessieren uns vor allem die Gebäude des zugehörigen Pfarrhofes
Wirtschaftsgebäude und ein Walnussbaum auf dem Pfarrhof in Burs. 

Früherer Pferdestall des Pfarrhofes
Die Gebäude haben durchgesteckte Deckenbalken, die mit großen Keilen verankert sind - wie wir sie bereits an der mittelalterlichen Scheune von Kattlunds gesehen haben.
Die Scheune ist am Torständer 1839 datiert...
... und innen finden wir an einem Ständer die Datierungen 1791 und 1798. Eine Wetterfahne an einem weiteren Gebäude zeigt die Jahreszahl 1778. Natürlich wollen wir wissen, wie alt die Gebäude nun wirklich sind - und Erhard packt mit Erlaubnis des Pfarrers den Bohrer aus.
Während Erhard Dendroproben bohrt, besichtigen wir die sehenswerte Kirche von Burs, die äußerlich den schon gesehenen Bauten in Lye, Alskog und Garde ähnlich ist
Innen gibt es reiche Rankenmalerei des 18. Jahrhunderts an der verbretterten Decke - und auf den Rückseiten der Kirchenbänke. Auch ein Gotländer Ringkreuz (Kruzifix) hängt im Triumphbogen der Kirche
Der Blick des Pfarrers von der Kanzel. Die Sanduhr sorgte dafür, dass die Predigt nicht zu lange dauert...
Am frühen Nachmittag fahren wir noch einmal zu dem kleinen "Bulehus" (Bohlenständerbau) auf der Kuhweide bei Grötlingbo... 

... um die geplante Dendro-Probenentnahme in diesem vermutlich besonders alten Gebäude nachzuholen. Hier ist Heinz am Bohrer.
13 Dendroproben kommen am Ende heraus, aber leider fast alle ohne Splintholz und Waldkante - es wird also nur eine circa-Datierung geben.
Anschließend fahren wir weiter in Richtung Süden. Nicht verpassen darf man die Kirche in Öja...
... mit einem schönen spätromanischen Portal.
Ansicht der Kirche von Osten
Frühgotische Arkaden am Turm (um 1250)
Diese liegende Figur am Nordportal mit Hammer und Zange stellt offensichtlich einen Schmied dar …
… während auf der anderen Seite eine Fratze zu sehen ist.
Innen gibt es prächtige Wandmalereien, etwa diese Szene: Eine Frau, die beim Buttern betrügt, wird von mehreren Teufeln in den Höllenrachen geholt.
Die Kirche von Öja ist eine große dreischiffige Hallenkirche.
Der Höhepunkt ist dieses riesige Ringkreuz aus dem 13. Jahrhundert, das prächtigste auf Gotland.
Neben dem Gekreuzigten sind viele Engel sowie Adam und Eva und die Vertreibung aus dem Paradies dargestellt.
Gewölbemalerei
Diese Wandmalerei zeigt einen Narren auf einem Baum, der gerade abgesägt wird.
Hier tötet ein Engel einen Drachen (der eigntlich ganz lieb aussieht...)
In der Nähe der Kirche von Öja steht die Ruine eines "Kastal", eines runden Wehrturmes.
Weiter auf dem Weg nach Süden sehen wir zwei für Gotland typische Bockwindmühlen, deren Flügel kürzlich restauriert worden sind. Heinz liegt am Boden und fotografiert Orchideen (Knabenkraut).
Diese Windmühle wartet noch auf ihre Restaurierug.
Die Kirche von Sundre liegt einsam auf einem Hügel.
Hier gibt es einen besser erhaltenen "kastal", einen runden Wehrturm neben der Kirche, den wir sehen wollen.
Blick in den gewölbten Innenraum des Turmes
An einer Felswand neben der Straße entdecken wir diesen Schafstall mit dem für Gotland typischen "Agdach" (Dachdeckung aus Schneidgras). Laut Infotafel waren in ihm die Lämmer der ansonsten im Freien laufenden Schafe eines Hofes während des Winters untergebracht.
Kalkfelsen an der Südküste Gotlands, von der tiefstehenden Sonne rot angestrahlt...
Abschluss eines arbeits- und erlebnisreichen Tages: Sonnenuntergang an der Südspitze Gotlands
(Texte: Heinrich Stiewe)


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