23. Juni 2017

Rückreise von Bilbao nach Düsseldorf


Das Flughafenterminal in Bilbao - ein Bau von Santiago Calatrava (2005).
Unsere kurze Reise ins Baskenland geht am Freitag schon wieder zu Ende: Am 23. Juni um 14.50 Uhr geht unser Flieger von Bilbao zurück nach Düsseldorf. Vormittags haben wir noch etwas Zeit, im Land herumzufahren, aber nach den Erfahrungen beim Hinflug fehlt uns die Ruhe für eingehende Besichtigungen.

In der Stadt Durango kurz vor Bilbao entdecken wir dieses restaurierte Steinhaus mit spätmittelalterlich anmutenden Fachwerkbauteilen - neben einer Schule, mitten in einem gesichtslosen Vorstadtquartier.

Der Fachwerkbauteil des Gebäudes zeigt angeblattete Langstreben und erneuerte Backsteinausfachung.
Eingangsseite des Steinbaus mit einem Wappen über dem Portal. 
Das Dach und die Verglasung im zweiten Obergeschoss wurden modern hinzugefügt.
Über dem Eingang prangt dieses Wappen. Es zeigt im Schild zwei Kessel, darunter tummeln sich zwei Schweine. Foto: Heinrich Stiewe
Das Gebäude ist vollständig eingezäunt und nicht zugänglich, auch gibt es keine Informationen zu seiner Geschichte und Funktion. Da wir nicht viel Zeit haben, machen wir ein paar Fotos durch den Zaun und fahren weiter. 
Erst bei Online-Recherchen zu Hause fand ich heraus: Das Gebäude heißt Murueta Torre, es liegt im Stadtteil Landako und soll ein früheres Bauernhaus sein (das Wappen über der Tür spricht aber eher für einen ländlichen Adelssitz). Das Gebäude soll aus dem 17. Jahrhundert (um 1660) stammen - möglicherweise handelt es sich dabei aber um ein Umbaudatum, das Fachwerk mit angeblatteten Streben spricht eher für eine Bauzeit um 1500. Das Gebäude wurde vor wenigen Jahren von der Stadt Durango restauriert, die aktuelle Nutzung ist unbekannt.

Zwischenstopp in Guernica (baskisch: Gernika). Die Stadt wurde im spanischen Bürgerkrieg am 26. April 1937 von italienischen und deutschen Luftverbänden (Legion Condor) bombardiert und nahezu vollständig zerstört. Diese moderne Stahlskulptur erinnert an das "Feuer vom Himmel", das Hunderte von Zivilisten das Leben kostete - Pablo Picasso hat die Schrecken dieses Angriffs in seinem bekannten Gemälde verewigt. Der Luftangriff auf Gernika gilt als erster moderner Terrorangriff auf die Zivilbevölkerung einer Stadt, dem im Zweiten Weltkrieg viele weitere folgen sollten.
Nach der Zerstörung wurde Gernika in schlichter Nackriegsmoderne wiederaufgebaut - eine Stadt wie viele andere... Foto: Heinrich

Abschied von Gundel und Haio Zimmermann am Flughafen in Bilbao. Die beiden wollen sich ein Auto mieten und noch eine Woche länger im Baskenland bleiben.
Warten auf den Check-in - diesmal klappt alles reibungslos.
Das Flughafenterminal in Bilbao ist ein eleganter moderner Bau des spanischen Architekten Santiago Calatrava und wurde 2005 fertiggestellt. Das Gebäude mit seiner markanten Spitze erinnert an einen fliegenden Vogel mit ausgebreiteten Schwingen - daher wird es "La Paloma", die Taube, genannt.
Nachdem wir unseren Leihwagen zurückgegeben haben, gehen wir durch diesen lichten Tunnel zum Abflugbereich.
Die Abflughalle - ein Blick in den Schnabel der "Taube".

Die geschwungenen Dachflächen mit schmalen Stahlrippen sehen tatsächlich wie Vogelschwingen aus.

Das Flughafengebäude von Bilbao bietet immer neue, spannende Raumeindrücke. Von dem Architekten Calatrava haben wir bereits vor zwei Jahren den "Turning Torso" gesehen, ein gedrehtes Hochhaus in Malmö in Schweden.
Ein letzter Blick vom startenden Flugzeug auf "La Paloma" von Bilbao... Foto: Heinrich

Rückflug, Blick auf die französische Küste bei Rochefort, südlich von La Rochelle. Im Vordergrund die Ile d'Oléron.

Irgendwo über Frankreich....
Wir überfliegen die Stadt Reims - links die Kathedrale, rechts das Fußballstadion. Foto: Heinrich
Anflug auf Düsseldorf: Die Rheinschleife "Zonser Grund" bei Dormagen, im Hintergrund Düsseldorf-Benrath. Foto: Heinrich
Eine Wasserburg, kurz vor der Landung in Düsseldorf. Foto: Heinrich

Nach der Landung in Düsseldorf fahren wir mit dem "Sky Train", einer modernen Schwebebahn, zurück zu unserem Parkhaus, wo Erhards Auto auf uns wartet.

Nachdem uns das Navi aus unerklärlichen Gründen von der Autobahn geschickt hat, schlägt Erhard einen Zwischenstopp in Kaiserswerth bei Düsseldorf vor. Hier besichtigen wir die Ruinen der staufischen Kaiserpfalz.

Die Pfalz Kaiserswerth war um 1050 von dem salischen Kaiser Heinrich III. anstelle eines älteren Klosters erbaut worden. Nach 1174 wurde sie von dem Stauferkaiser Friedrich Barbarossa zu dem heutigen mächtigen Bau ausgebaut.
Die mächtigen Mauern der Kaiserpfalz bestehen aus Blaubasalt, Kalkstein und rheinischem Tuffstein. 1702, nach der Eroberung von Kaiserswerth durch französische Truppen im spanischen Erbfolgekrieg, wurde die Anlage gesprengt und ist seitdem Ruine.
Spaziergang auf der Allee bei Kaiserswerth
Wir genießen den Ausblick auf den Rhein, wo große Fracht- und Containerschiffe unterwegs sind.
Kaffeepause unter einer alten Kastanie im Biergarten des "Burghofes" in Kaiserswerth.
Bei Flammkuchen und Rührei genießen wir die letzte Stunde unserer Reise. Gleich geht es auf die Heimfahrt, abends werden wir wieder zu Hause sein.
Fotos: Bernd Kunze; Texte und einige Fotos: Heinrich Stiewe

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