12. Mai 2012

Giebelzier in Westmecklenburg und im nördlichen Wendland


im Museum Diesdorf
Auf unserer Reise 2009 besuchten wir Westmecklenburg und das Museum Salzwedel-Diesdorf. 
In den Dörfern findet man den für die Region typischen Giebelschmuck. In Westmecklenburg die Pferdeköpfe in ihren verschiedenen Ausprägungen und im Wendland die hier verbreiteten Giebelpfähle, im Volksmund auch Wendenknüppel (dieser Ausdruck ist in Fachkreisen eher unbeliebt) genannt.

19. April 2012

Band vier der "Hausforscher-unterwegs-Reihe" soeben fertiggestellt!



Da schaut er noch ganz frisch und noch gar nicht richtig trocken aus dem Karton heraus – der vierte Band unsrer Hauforscher unterwegs-Reihe. Diesmal als Doppelband, mit den Fotos der Exkursionen 2007 und 2011, die uns in die Niederlande führten. 
Viele Stunden Bildbearbeitung und das Weglassen von Fotos (ja, das ist wirklich die größte Kunst – DAS REDUZIEREN) stecken in diesem Doppelband. Nun hoffe ich, daß uns die 100er Auflage ganz schnell "aus den Händen gerissen" wird … 

26. Februar 2012

Schlitten als Transportmittel

Auf Madeira: Feuerholztransport auf dem Schlitten (hist. Foto)
Was kann man von einer Reise nach Madeira als Hausforscher berichten? Vielleicht von den letzten 2 bis 3 strohgedeckten bäuerlichen Nurdachhäusern? Wie Original sind die wohl? Kirchen, ja es gibt eine Reihe von schönen Kirchen. Man könnte von den vielen älteren und auch jüngeren schönen Pflasterungen berichten.
Ich beschränke mich ’mal auf den Schlitten als Transportmittel. Für jeden Touristen ist es ein „Muß“ mit dem Schlitten vom oberen „Monte“ die steile Straße hinunter nach Funchal zu rodeln. Man fragt sich sofort, wie in alles in der Welt kommen die Leute darauf, mit dem Schlitten zu fahren? Außer an dieser Touristenstrecke habe ich keinen einzigen Schlitten auf der Insel gesehen. Es sei denn, man sieht sich die schönen Kachelbilder an Häusern oder Brunnen mal genauer an. Offensichtlich hat man schon früh begonnen, Touristen mit einem Schlitten oder einer tragbaren Hängematte durch die Gegend zu transportieren.

18. Januar 2012

Kniehölzer - die Ahnen von Kopfbändern und Knaggen

krumme Hölzer waren die wesentlichen Bauelemente der Wikingerschiffe
dieses Knieholz trägt die Vorkragung eines Lagerhauses im Brygge-Viertel in Bergen, die schmalen Gänge sind so stützenfrei nutzbar 
Knieholz nennt man natürlich gewachsenes, krummes niedriges Gehölz. Knieholz, das sind aber auch gewachsene Knaggen bei denen man die natürliche Stabilität des krummen Wuchses für die Aussteifung von Holzkonstruktionen nutzt. Am bekanntesten sind die krummen Hölzer, die für die Spanten der Wikingerschiffe benutzt wurden. In den skandinavischen Schiffsmuseen sind die geborgenen Wracks mit vielen Beispielen dieser tausendjährigen Kunst der Krumm- oder Knieholzverwendung zu bewundern.

24. Dezember 2011

Fröhliche Weihnachten …



… wünschen wir allen unseren Leserinnen und Lesern, die uns hier auf "Hausforscher unterwegs" besuchen. 
Ich hoffe, ihr habt hier das eine oder andere Interessante aus der Welt der historischen Baukultur entdeckt. Bleibt uns treu und schaut wieder herein, es gibt noch viel zu berichten.

Allen ein spannendes und erfolgreiches Jahr 2012 mit erkenntnisreicher Baukultur.


PS: Kommentare und Gastartikel sind ausdrücklich erwünscht.



9. November 2011

… noch eine Stabkirche in Dänemark

Dekoration des Kirchenportals im "Mammen"-Stil (letzte Hälfte 10. bis erstes Drittel 11. Jh.)
Im Südwesten Jütlands, kurz vor dem Ringkøbingfjord, machen Hinweisschilder auf eine Sehenswürdigkeit aufmerksam: Bork Wikingerhafen - 6 km.
Mehrere auf der Basis archäologischer Befunde rekonstruierte Wikingerhäuser schmiegen sich in die flache Landschaft an einem kleinen Zufluß an der Südspitze des nahen Ringkøbingfjords. In dem kleinen Hafen liegen drei benutzbare Rekonstruktionen kleiner Wikingerboote an einem 40 m langen Nachbau einer in einem nahen Moor entdeckten "Landungsbrücke". Und am Ufer, etwas versteckt im "Opferhain", halten, ein paar um einen Opferstein gruppierte Holzfiguren und über Stangen hängende Pferde- und Ziegenhäute, die Wikingergötter bei Laune.

28. Oktober 2011

Das Estnische Freilichtmuseum: Eesti Vabaöhumuuseum "Rocca Al Mare"

Das Estnische Freilichtmuseum "Eesti Vabaöhumuuseum Rocca Al Mare" ist das kleinste und jüngste der drei Baltischen Freilichtmuseen. Auf "nur" 84 Hektar vermitteln 79 Gebäude (translozierte Originale und Kopien) einen guten Einblick in das Alltagsleben der ländlichen Bevölkerung Estlands aus allen Landesteilen. Es liegt nur sieben Kilometer westlich des Zentrums der Estnischen Hauptstadt Tallin.

23. Oktober 2011

Das Ethnografische Freilichtmuseum in Lettland

Museum des nationalen Bauerbes, acht km von der Hauptstadt Riga entfernt
Ein Besuch in Lettland startet oder endet meistens in der Hauptstadt Riga, die ja auch wegen ihrer Geschichte und historischen Baukultur wirklich sehenswert ist. Aber das Stadt-Leben Rigas hat nun wirklich nichts zu tun mit dem Leben auf dem Lettlande, vor allem in früheren Zeiten.
Wer die ländliche Baukultur kennen lernen möchte, der fährt am besten ins nur 8 km vom Rigaer Zentrum entfernte ethnografische Freilichtmuseum (Ethnografiskais brivdabas muzejs)

26. September 2011

Das ethnographische Freilichtmuseum in Rumŝiŝkés, Litauen

"Lietuvos Liaudies Buities Muziejus" – der Eingang
Das ethnographische Freilichtmuseum in Rumŝiŝkés ist das größte Museum in Litauen und flächenmäßig eines der größten in Europa. Auf 195 ha hügeligen Wald- und Wiesenflächen sind in kleinen Tälern seit 1966 138 Gebäude aus ganz Litauen hierher versetzt und in Gruppen aus Nord- Süd-, Ost- und Westlitauen aufgestellt. Alle Häuser sind Blockhäuser und mit dem üblichen Inventar ausgestattet, die Wohngebäude werden von Museumsmitarbeiter/innen betreut.

17. September 2011

Reisefieber …

Fast sechs Monate sind seit unser letzten Reise vergangen. Da wird es Zeit, sich über ein nächstes Ziel Gedanken zu machen  – denn bald ist Weihnachten und dann Frühling und dann kribbelt's auch schon in den Reiseschuhen.

30. August 2011

Museum der bäuerlichen Baukunst in Olsztynek (Hohenstein), Polen


Museum der bäuerlichen Baukunst, Eingangsbereich
Das Museum für volkstümliche Baukunst "Ethnographischer Park" ist das größte Museum in Polen und liegt am Rande der Kleinstadt Olsztynek (Hohenstein). Es wurde in den Jahren 1938 - 42 von Königsberg in Ostpreußen, wo es 1909 gegründet wurde, hierher verlegt. Von ca. 20 Kopien , die Originale waren für ein Translozierung zu schlecht, wurden aber nur 12 Gebäude an dem neuen Standort aufgebaut.

22. Juli 2011

Fyrkat – Wikingerlager und Großbauernhof

beeindruckende rekonstruierte Holzarchitektur aus der Wikingerzeit
Auf dem Weg zum Strandurlaub im dänischen Nordjütland, kommt man zwischen Århus und Aalborg an der Kleinstadt Hobro vorbei. Hier liegt wenige Kilometer südlich der Stadt die Wikingerburg (Wikingerlager) Fyrkat, die mit 120 m Innenducrchmesser, kleinste der vier bekannten kreisrunden Burganlagen in Dänemark.

14. Juli 2011

Den Atem der Christianisierung spüren – eine Stabkirche in Dänemark






Stabkirchen gibt es in Norwegen – aber eine steht in Dänemark, im Museum...
Das Moesgård-Museum liegt nur wenige Kilometer südlich der dänischen Stadt Århus. Der Haupteingang wird flankiert von zwei langgezogenen Fachwerkhäusern in sparsamer schwarz-weiß-Optik und der Blick fängt sich auf dem Barockschloß aus dem Jahr 1778. Rechts und links der Blickachse stehen zwei mächtige Backstein-Scheunen von1798, in der rechten findet sich der Museumsshop und ein Cafe, in der linken eine umfangreiche Ausstellung zur jüngeren und älteren Geschichte der Region. Hier ist auch der Grauballe-Mann ausgestellt, wohl die besterhaltene Moorleiche Dänemarks. Hinter dem Gutsschloss kommt man in den sehenswerten Barockgarten der ebenfalls aus dem Jahr 1778 stammt.

11. Juli 2011

"Werbung" im 18. Jahrhundert – Votivsteine in Maastricht


(HR) Maastricht liegt im äußersten Süden der Niederlande, in einem Dreiländereck mit den Nachbarn Deutschland (Aachen liegt in unmittelbarer Nachbarschaft) und Belgien. Bei einem Stadtrundgang fallen nur wenige Fachwerkbauten auf. Diese sind allerdings recht alt und stammen z. T. aus dem 15. Jh. Der weitaus größte Anteil der historischen Bebauung besteht aus Steinhäusern des 18. Jhs. Dass die Vorgängerbauten Fachwerkhäuser gewesen sein müssen, wird aus der Gestaltung der Steinfassaden deutlich. Diese sind mit sorgfältig bearbeiteten Quadersteinen zu einer Art Steinfachwerk gestaltet. Tatsächlich sprechen die örtlichen Fachleute von „flämischem" Steinfachwerk.

19. Juni 2011

Suche Fotos von Baumaßnahmen an Sächsischen Scheunen!

Scheune in Weisskirch
In den Dörfern von Siebenbürgen stehen hunderte von Scheunen, die unverändert vom Mittelalter bis in die 1960er Jahre gebaut wurden. Dabei gibt es offensichtlich kleine Unterschiede von Dorf zu Dorf, auch gibt es leichte konstruktive Veränderungen, wodurch sich ältere von jüngeren unterscheiden. Das Grundprinzip der Scheunen ist aber bei allen wie folgt: 8 Eichenständer, je nach Bodenniveau unterschiedlich lang, mit dem Fuß auf einem Naturstein stehend, jeweils 2 mit einem Balken verbunden, also gesamt 4 Gebinde. Die Scheunen verfügen über eine Querdurchfahrt, mit jeweils einem Bansenraum (Lager für Erntegut) auf beiden Seiten. Scheunen mit seitlicher Durchfahrt und nur einem Bansenraum sind deutlich seltener. In Längsrichtung werden die beiden Traufwände durch lange Rähme verbunden, worauf das Dach steht (früher in Stroh oder Reet gedeckt, heute landesüblich mit Bieberschwänzen). Diese Konstruktion, Ständer auf Naturstein ohne Schwelle (Detail B), kennzeichnet in Mitteleuropa den Übergang vom Pfostenbau (Detail A) des Mittelalters zum Fachwerkbau (Detail C) mit Schwelle der Neuzeit. 

9. Juni 2011

Das Interview - Heinz Riepshoff in Siebenbürgen

Blick auf die Dorfstraße von Arkeden mit zwei Schafherden am Hang

Wie unsere treuen Besucher von hausforscher.de bereits wissen, war Heinz Riepshoff (H.R.), der ja auch langjähriges Mitglied in der Interessengemenschaft Bauernhaus ist, im Frühjahr 2011 drei Wochen lang in Siebenbürgen, Rumänien, unterwegs. Er hat dort die Sozialstrukturen und Hausformen studiert, zahlreiche dendrochronologische Bohrungen gemacht und vor allem vielfältige Eindrücke aus einer Welt mitgebracht, die bei uns schon vor hundert Jahren untergegangen ist. Im Herbst wird er im Holznagel einen umfangreichen Fachartikel in Sachen Hausforschung veröffentlichen. In diesem Interview erzählt er der IGB-Öffentlichkeitsreferentin Michaela Töpfer (M.T.) von seinen Eindrücken und Erlebnissen.

22. Mai 2011

Das Agdak – Dachdeckung aus vorchristlicher Zeit?

Bauernhaus "mit Pudelmütze" auf der Insel Farö
(bk) Auf der schwedischen Insel Gotland gibt es Häuser mit Dächern wie Pudelmützen. Im Norden der Insel sieht man sie öfter, vor allem auf Nebengebäuden, im Süden nur noch in den kleinen Heimatmuseen. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, wurde ich in dem kleinen Heimatmuseum "Vike Minnesgård", im Nordosten der schwedischen Insel, Zeuge dieser uralten Form des Dachdeckens, die schon aus vorchristlicher Zeit stammen soll.
Das ca.30 m lange Langhaus in Ständer-Bohlen-Bauweise, 1828 als Resultat einer Höfeteilung hierhin versetzt, genutzt als Stall, Scheune und Göpel, ist schon für das neue Dach vorbereitet. Dicht an dicht liegen die unbearbeiteten Fichtenstangen mit den Asthaken, die das Dachmaterial halten auf dem Sparrendach. Dachlatten gibt es nicht. Die sind auch nicht nötig, weil es nichts gibt, was an diese angebunden werden müßte, wie das beim Stroh- oder Reetdach der Fall ist.

21. Mai 2011

Zurück in der Wirklichkeit

Nach gut 3 Wochen Siebenbürgen, bin ich nun wieder zurück in Deutschland. Wenn ich meine Gefühle und Gedanken sortiere und sie mit einem Wort beschreiben sollte, trifft es wohl am ehesten der Begriff „Zeitmaschine“. Ich komme mir vor, wie von einer „Zeitmaschine“ wieder ausgespuckt in die Wirklichkeit. Die Welt in „Siebenbürgen“ ist eine andere Zeit, eine andere Wirklichkeit und doch hat sie mit uns zu tun. In einem siebenbürgischen Dorf findet man fast alles, was man sich in unseren Dörfern, selbst wenn sie noch recht gut erhalten sind, nur mit viel Fantasie vorstellen kann. Es ist eine Welt, die wir bei einem reiferen Alter vielleicht noch gerade aus der Kindheit kennen oder von unseren Großeltern erzählt bekommen haben.

19. Mai 2011

Post aus Siebenbürgen (7)

das Zentrum Hermannstadts vom Rathausturm gesehen


… die beiden letzten Tage war ich in Hermannstadt, dem sächsischen Zentrum Siebenbürgens.
Vom Rathausturm hatte ich einen wunderbaren Blick auf das Stadtzentrum mit der evangelischen Stadtpfarrkirche aus dem 14./15. Jahrhundert.
Der Hauptgrund meiner Reise von Schäßburg nach Hermannstadt, übrigens mit dem täglich verkehrenden Bus, war allerdings ein eintägiger Besuch des Freilichtmuseums Astra. Die Vielzahl der historischen Gebäude in diesem Museum ist wirklich unglaublich. Schwerpunkte hier sind viele unterschiedliche Varianten von Mühlen, aber speziell für mich sehr interessant: eine große Anzahl von


Post aus Siebenbürgen (6)

… ich bin wieder zurück und will für Hausforscher.de meine Berichte der
letzten Tage vervollständigen:
Fotos 1 + 2: An einem der letzten Tage war ich in dem Ort Arkeden. Der Ort liegt mit dem Zug, auch das ist mal eine Erfahrung wert, ca. 35 Minuten von Schäßburg entfernt. Auf diesen Fotos ist die Kirchenburg zu sehen, die mitten im Ort liegt. Das tollste für mich sind die beiden Treppen, die jeweils aus einem Stamm herausgearbeitet sind.
Foto 3: Zu dieser Jahreszeit sieht man überall, auch in Arkeden, Pferdewagen mit Fohlen, die zur Einübung schon immer nebenher laufen müssen.

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